Neun Mädchen und eine Frage: Wie haben wir eine Chance zum Erfolg? „Unsere Digitale Welt" war das vorgegebene Thema des diesjährigen zdi-Robot-Performance-Wettbewerbs, zu dem wir eine Choreographie mit LEGO Mindstorms Robotern vorbereiten mussten. Aber zunächst benötigten wir natürlich erst eine Idee und stellten uns dabei die Fragen: Was bedeutet „digital" eigentlich? Welche „digitalen" Helfer, wie automatische Saugroboter oder vollautomatisierte Autos, kennen wir schon heute?

Für unsere Wettbewerbsidee taugten diese zwei Beispiele aber aus unserer Sicht nicht. Ein Roboter, der wie ein Auto aussieht und einfach nur herumfährt, war für uns genauso langweilig wie der Saugroboter, der den Boden säubert. Wir benötigten eine Story, die am besten auch noch eine „Message" hatte. Und wir dachten und dachten und dachten bis wir auf die Idee des „digitalen Bezahlens" und somit schließlich zu dem Thema der „digitalen Währungen" kamen. Viel wussten wir darüber anfangs nicht, aber das Wort „Bitcoin" hatten wir schon mal gehört. So forschten wir weiter und fanden u. a. heraus, dass der Bitcoin eine Währung widerspiegelt, die unabhängig von Banken und Staaten ist und bei der man im Rahmen von Bezahlvorgängen anonym bleiben kann. Das klingt zwar spannend, eine Story hatten wir aber immer noch nicht. Klar, also bezahlt werden muss auf jeden Fall mit dem Bitcoin. Aber wer bezahlt in unserer Geschichte mit ihm und was kauft sich die Person bzw. der Roboter davon?

Wir entschlossen uns, Techna (Schülerin am GREM, technisch interessiert und ein Roboter) zu erfinden. Techna lebt zu Beginn unserer Geschichte im 17. Jahrhundert und möchte sich, so unsere Geschichte, in der Mittagspause ein Eis kaufen. Dabei fährt sie allerdings versehentlich durch ein Zeitportal, was (für Techna unbemerkt) eine neue Zeit anbrechen lässt. Wir befinden uns nun im Jahr 2002 und die Muschel, mit der sie das Eis ursprünglich bezahlen wollte (Währungsmittel im 17. Jahrhundert), wird vom Eisverkäufer nicht mehr angenommen. Daraufhin fährt Techna zu einer Wechselstation und besorgt sich hier die für sie neue Währung, den Euro. Aber wie es die Geschichte so will, fährt sie auf dem Rückweg zum Eisverkäufer erneut durch das Zeitportal und der Eisverkäufer verweigert diesmal den Euro. Anstelle dessen ist nun der Bitcoin aktuell und Techna fährt erneut zur Wechselstation. Diesmal besorgt sie sich den Bitcoin. Den nächsten Teil der Geschichte könnt ihr euch sicherlich schon denken: Zurück beim Eisverkäufer verweigert der diesmal auch den Bitcoin, denn wir befinden uns nun in der Zukunft, in der der Bitcoin evtl. nichts mehr wert sein könnte. Schon heute unterliegt er nämlich starken Schwankungen und gilt eher als Spekulationsobjekt.

Unsere Geschichte macht also vor allem auf die Risiken unserer digitalen Welt aufmerksam. Nicht alles wird besser und sicherer, auch wenn uns natürlich bewusst ist, dass unsere „digitalen Helfer" grundsätzlich schon wichtig sind.
Die Choreographie ist nun bekannt, aber für uns war der Weg zum Wettbewerb trotzdem lang, denn wir mussten uns nicht nur die Geschichte ausdenken, sondern auch lernen, wie die Roboter programmiert werden (und das ist nicht immer einfach, wie wir festgestellt haben), Kulissen bauen und eine Präsentation erarbeiten.

Am Anfang unserer Vorbereitungszeit, d. h. Ende letzten Jahres, trafen wir uns noch ein- bis max. zweimal die Woche. In den Tagen vor dem Wettbewerb arbeiteten wir dann fast täglich an unserem Projekt.

Am Ende sind wir aber nicht zuletzt durch die tolle Zusammenarbeit doch noch rechtzeitig fertig geworden und der Wettbewerbstag konnte kommen. Wir, das sind übrigens: Naja Noreiks, Pauline Vana, Natascha Heldt, Rosa Imak, Vivian Loska, Johanna Charlotte Stahl, Johanna Prinssen und Hannah David aus der sechsten Jahrgangsstufe.

Am Wettbewerbstag selbst waren wir zugegebener Weise doch etwas aufgeregt, denn trotz des ganzen Vorbereitens und Übens stellten wir uns immer noch die Fragen: Funktioniert die Programmierung einwandfrei? Wirkt unsere Präsentation überzeugend? Bleiben wir im vorgegebenen Zeitrahmen von zehn Minuten oder müssen wir mit Punktabzug rechnen?

Zuerst stellten die Grundschulteams in ihrer eigenen Wettbewerbsklasse ihre Präsentationen vor. Wir waren die vorletzte Gruppe, also hatten wir noch etwas Zeit, sodass wir alles noch einmal durchgegangen sind. Sicher ist sicher und schließlich mussten wir irgendetwas tun, bevor das mit der Aufregung noch schlimmer geworden wäre.

Schließlich waren wir dran. Wir waren alle noch nervöser als vorher, stellten uns und unsere Idee aber vor und versuchten, uns die Nervosität nicht anmerken zu lassen. Dann ist unser Roboter gefahren. Kein Zwischenfall. Zum Glück. Und auch die sonstige Präsentation verlief besser als jemals zuvor. „Eigentlich doch ganz gut gelaufen", war unser Gedanke.

Es folgte nach einer Mittagspause und einem zweiten Durchlauf die Preisverleihung. Wir alle waren sehr gespannt auf das Ergebnis und hofften insgeheim natürlich, unter den Erstplatzierten zu sein. Die Plätze fünf, vier, drei waren nach kurzer Zeit vergeben und unsere Spannung erreichte den Höhepunkt: Sind wir zweit- oder erstplatziert? Als klar wurde, dass der zweite Platz an ein anderes Gymnasium ging, war uns klar:

WIR SIND ERSTPLATZIERT!

Wir hatten es als Team geschafft. Ein großer Erfolg für uns.

Nun sind wir gespannt auf das Finale Anfang April in Mülheim an der Ruhr. Wir bereiten uns natürlich weiter vor und hoffen auf einen weiteren erlebnisreichen Tag und natürlich werden wir auch weiter berichten...

„The Power-Girls" mit Frau Dr. Völkel und Julian Braun (Q2)

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