Seit 2018 veranstalten der Ölriese BP und die ehrenamtliche Austauschorganisation AFS in Kooperation die sogenannte „BP Global STEM Academy“ – ein internationales Vollstipendienprogramm in den drei für BP sehr relevanten Ländern Brasilien, Ägypten und den Vereinigten Staaten von Amerika.

Weltweit werden insgesamt 100 Stipendien an Schüler mit besonderem Interesse und Engagement in den MINT Fächern vergeben.

Vom 7. Juli bis zum 2. August 2019 habe ich mich also, direkt im Anschluss an mein Auslandsjahr in England, in eines der in seiner Bauart „größten Passagierflugzeuge der Welt“ begeben, um erstmals Fuß auf nordamerikanischen Boden zu setzen.

Gewiss wurde es von der ersten Minute an nicht langweilig, denn mehrere Projekte wurden strikt in einem Stundenplan untergebracht und zeitweise hieß es, an drei Projekten gleichzeitig zu arbeiten!

Der Fokus der BP Global STEM Academy in Houston (Texas) lag primär auf den Bereichen Energy, Aerospace Engineering und Biomedics. Dazu hatten wir je eine Woche lang morgens „classes“, also Unterricht, in der University of Houston und mussten die Inhalte am Ende der Woche in einer Präsentation oder Rede zusammenfassen und ein persönliches Resümee ziehen.

Parallel haben wir über den Zeitraum von dreieinhalb Wochen an einem Projekt namens „Energy X“ gearbeitet, einer (fiktiven) universellen Energiequelle vom Mars, die auf dem am meisten geeigneten Kontinent untergebracht werden sollte.

Jeder Gruppe wurde ein Kontinent zugeteilt, und mit meinen beiden Partnern aus Brasilien und China durften wir uns der Herausforderung „Antarktis“ stellen.

Wozu solle man Energie denn dort am besten nutzen? Lange Transportwege und eine geringe Bevölkerungsdichte machten uns die Arbeit schwer und augenscheinlich schienen die anderen bessere Karten zu haben.

Aber nach intensiver Recherche konnten wir doch überzeugen (dadurch, dass die Temperaturen denen am Mars z.B. am nächsten kommen und das Element demnach als solches in der Antarktis am stabilsten sei) und den zweiten Platz hinter einer Mexikanisch-Brasilianisch-Ägyptischen Gruppe ergattern.

Zwischen einzigartigen Gesprächen mit Astronauten und CEOs, Besuchen bei der NASA, Pflanzensetzen in Naturschutzgebieten und viel kreativem und aktivem Einsatz in Projekten blieb uns nicht viel Freizeit.

AFS jedoch hat Abendseminare organisiert, in welchen wir alle zusammenwachsen und zu einer noch besseren, international aufgeschlosseneren Gruppe heranwachsen sollten.

Ich habe Freundschaften geformt, die hoffentlich noch lange halten werden und mehr über andere Kulturen gelernt, als Bücher uns je vermitteln könnten. Sich die Denkweisen anderer Nationen zu erschließen ist nicht immer einfach und birgt eine gewisse Herausforderung.

Und doch: An Herausforderungen wächst man. Die BP Global STEM Academy hat mich in vielen Sinnen geprägt und definitiv zu einem selbständigeren und sicheren Weltbürger gemacht.

Von Ebru Ünver (Q1)

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